Initiative "Frauen aller Länder" erhält Preis für Toleranz und Zivilcourage

 Jedes Jahr am 27. Januar, dem Gedenktag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz im Jahr 1945, verleiht das Duisburger „Bündnis für Toleranz und Zivilcourage“ seinen gleichnamigen Preis an Personen oder Gruppen, die durch ihr Engagement das Thema Toleranz und Zivilcourage in Duisburg in besonderer Weise positiv umgesetzt haben. In diesem Jahr geht der Preis auf Anregung der katholischen Kirche Duisburg an die gemeinsame Initiative von Christinnen und Musliminnen „Frauen aller Länder laden ein“ aus dem Duisburger Norden.

Das Engagement der Initiative, die mit ihren beliebten Themenabenden für einen intensiven Austausch und das gegenseitige Kennenlernen von Frauen unabhängig von Religion, Herkunft und Alter sorgen, hat die Juroren des Bündnisses überzeugt. Genauso wie auch Minister Dr. Joachim Stamp, der die Laudatio auf die Preisträgerinnen hielt. Sein Appell an die Frauen: „Lassen Sie sich nicht beirren und machen Sie bitte weiter so!“ Mit seinem Appell bezog sich Minister Stamp vor allem auf die Widerstände, mit denen die Inititiave bei ihrem Engagement für einen verbesserten Dialog zwischen Christen und Muslimen im vergangenen Jahr mehrfach zu  kämpfen hatte. Davon haben sich die Frauen aber Gottlob nicht beirren lassen.

Frauen lassen sich nicht beirren

Minister Joachim Stamp übergibt die "Hand" an die Preisträgerinnen. Daneben v.l. Angelika Wagner vom DGB, Stadtdechant Roland Winkelmann, Oberbürgermeister Sören Link und Rabbiner David Geballe
Minister Joachim Stamp übergibt die "Hand" an die Preisträgerinnen. Daneben v.l. Angelika Wagner vom DGB, Stadtdechant Roland Winkelmann, Oberbürgermeister Sören Link und Rabbiner David Geballe

Für die Jury berichtete Angelika Wagner vom DGB Duisburg: „Vertreterinnen und Vertreter verschiedener Bereiche des öffentlichen Lebens haben über die Verleihung des Preises entschieden. Sie haben sich schnell auf diese Initiative geeinigt, in der sich die Beteiligten aktiv für Verständnis, Verständigung und somit für ein tolerantes, friedliches Leben in unserer Stadt einsetzen.  Und dass die Akteurinnen auch mit Gegnern zu tun hatten, zeigt um so mehr, wie wichtig ihre Arbeit ist. Das möchten wir mit der Verleihung des Preises ausdrücklich unterstützen.“

Zum Selbstverständnis der Themenabende, zu denen „Frauen aller Länder laden ein“ im Schnitt vier Mal im Jahr einladen, gehört neben den vielfältigen inhaltlichen Impulsen zum jeweiligen Thema der intensive Austausch in Tischgemeinschaften von Frauen, die sich im besten Fall erst an diesem Abend kennenlernen. „Mit unseren Einladungen verbunden ist immer der Versuch, möglichst viele Frauen, die sich bislang fremd waren, zusammenzubringen und die persönlichen Gespräche untereinander zu fördern“, betont Ayten Keser. Damit ist die engagierte Muslimin vom Empathie e.V. auf einer Linie mit dem, was auch die katholische Kirche in diesem Jahr in besonderer Weise fördern will.

Denn das Jahresmotto der katholischen Kirche in Duisburg lautet 2020: "Ich – DU – Wir: Wenn aus Fremden Nachbarn werden". „Und genau das ist es, was wir auch mit unserer Initiative erreichen wollen: Ein Zusammenwachsen vieler zu einer Stadtgesellschaft und die Übernahme gemeinsamer Verantwortung für unsere Welt. Das gelingt nur durch die Stärkung von Verständnis und Toleranz über alle religiösen und kulturellen Schranken hinweg. Dafür setzen wir uns ein“, betont Sr. Mariotte Hillebrand, Pastoralreferentin in der katholischen Pfarrei St. Johann.

Kommentar schreiben

Kommentare: 0